Wohin mit dem Kram?

Sich frei machen von Dingen ist toll, aber was machen wir dann mit den Dingen, die wir nicht mehr brauchen? Wegschmeissen sollte die allerletzte moeglichkeit sein, das ist klar.

Wenn ich Sachen rausschmeisse stelle ich drei Fragen an diese Dinge:

 

Kann es jemand anders noch brauchen?

Falls ja, dann gehoert es verkauft, verschenkt oder gespendet. Verkaufen tue ich eigentlich nur die gut erhaltene Kinderkleidung, alles was keine Kleidung ist geht bei mir an die Diakonie, die in meiner Stadt mehrere Sozialkaufhaeuser betreibt. Hier werden die Dinge dann zu sehr fairen Preisen angeboten, die Kaufhaeuser finazieren sich selbst und der Gewinn der bleibt unterstuetzt diakonische Aufgaben in der Stadt. Alles schoen lokal, alles mit kurzen wegen.

Mittlerweile bin ich dazu uebergagengen gut erhaltene Kleidung von mir nicht mehr an die Diakonie zu geben, sondern an die Deutsche Kleiderstiftung.  http://www.kleiderstiftung.de/startseite/ Hier kann man sich einen Versandaufkleber kostenfrei ausdrucken und dann eine (moeglichst grosse Kiste, um Versandkosten und Transportwege zu sparen) hinschicken. Ich fuelle gerade mein viertes Paket an die Kleiderstiftung. Ist das jetzt besser als Diakonie oder Kleidercontainer?

Nuja, bei den Kleidercontainern und Kleidersammlungen gibt es so viele schwarze Schafe, die mit bekannten Symbolen (DRK usw.) werben, aber die Kleidung trotzdem billig nach Afrika verkaufen und dort lokale Kleidungsindustrie kaputt machen, dass ich da einfach gar nichts mehr hinbringe. Hier gibt es einen ARD Beitrag zu dem Thema

Ich habe fuer mich entschieden erstmal diese Container nicht zu benutzen, bis ich verstanden habe, was in welchen Containern mit meiner Kleidung passiert.

So, jetzt koennte ich es natuerlich zur Diakonie geben, dann wuerden die Teile hier in der Stadt verkauft werden. Scheint mir die beste Loesung. Dem entgegen steht aber meine Faulheit: die Spendenannahmestelle hat nur zu bestimmten Zeiten auf und ist fuer mich nach der Arbeit nicht so besonders gut zu erreichen. Daher versuche ich so selten wie moeglich zur Diakonie zu fahren. Ich schicke lieber an die Kleiderstiftung, die dann ihrerseits an Kleiderkammern von sozialen Einrichtungen und Fluechtlingsheimen verteilt. Das ist vom oekologischen Fussabdruck her mit Sicherheit nicht die beste Loesung – mein Kram wird erst nach Spannberg geschickt und von da umverteilt. Ja. Aber die zentrale Verteilung sorgt dafuer, dass die Ressource Kleidung bestmoeglich eingesetzt wird. Und es entspricht meiner eigenen Faulheit.

Wenn Zeugs nicht mehr verwendet werden kann, stelle ich Frage 2:

Kann es fuer etwas anderes benutzt/repariert werden?

Kann ich damit etwas mit meiner Tochter basteln? Der Kindergarten sammelt immer alte Klorollen und ausgediehte Plastikflaschen zum basteln. Die zu engen Kleider meiner Tochter kann ich weiter machen, mein Kleid kann ich in einen Rock umwandeln usw.

Und wenn es auch nicht mehr weiterverwendet werden kann, kommt es in den Muell und Frage 3 stellt sich

Kann es recycled werden?

Ein aehnliches Konzept wie bei der Kleiderstiftung gibt es mit ausgedienter Elektronik https://www.deutschepost.de/de/e/electroreturn.html. Die Deutsche Post bietet einen kostenfreien Einsendeservice fuer alte Elektronik an und gibt die Dinge dann an eine Recyclingfirma. Ich kenne diesen Service schon lange, habe ihn aber noch nie genutzt, weil ich die Recyclingfirma nicht kenne. Ich bin ueber den neuen Blog von Marie wieder draufgekommen, die einen Beitrag drueber geschrieben hat: https://marieminimalisiert.wordpress.com/2016/02/06/kleinen-elektroschrott-ueber-die-deutsche-post-entsorgen/ Marie minimalisiert ebenfalls und dokumentiert ihren Fortschritt und ihre Gedanken aehnlich wie ich. Viel Erfolg, Marie!

Ich bringe meinen Elektrokram bisher zum Wertstoffhof und was da damit passiert, weiss ich auch nicht….Verschicken von Elektronik hat das gleiche Problem wie die Kleiderstiftung, indem unnoetige Transportwege generiert werden – aber moeglicherweise spielt das keine Rolle, weil nachher sowieso alles auf den Gifthalden in Afrika landet…. Das Postkonzept ist allerdings gut, weil es Menschen erreichen kann, die ihren Kram aus Faulheit nicht zum Wertstoffhof bringen, sondern in den Hausmuell schmeissen wuerden. So wird zumindest eine Struktur geschaffen, die eine sinnvolle Verwertung prinzipiell ermoeglicht.

 

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